Schiff und Besatzung

Navigare Berlin

Seefahrt tut Not!

Vielleicht ist es die See, die uns hilft,

unsere Träume zu erfüllen!

Flugsicherungs- und Bergungsschiff "Hugo Eckener"

Die Besatzungen

Kommandant

Fähnriche

1. Offizier bzw. Obersteuermann

Fähnriche /Meister

Leitender Maschinist

Fahnriche/ Meister

Truppführer LSK

Maat / Obermaatt

1. Betriebsobermechaniker LSK

Maat / Obermaat

2. Betriebsobermechaniker LSK

Maat / Obermaat

Motorenmaat

Maat / Obermaat

Kochgast

Matrose bis Stabsmatrose

Seemännischer Gast

Matrose bis Stabsmatrose

Leuchtfeuerkanonier

Matrose bis Stabsmatrose

Steuermannsgast

Matrsose bis Stabsmatrose

Funkgast

Matrose bis Stabsmatrose

Motorengast

Mastrose bis Stabsmatrose

Elektrikergast

Mastrose bis Stabsmatrose

(Diese Besatzungsliste ist unvollständig und wird ständig ergänzt!)

Gelb unterlegte Namen sind Mitglieder des Forums der I. Flottille

Anmerkungen:

(1) Obersteuermann: ohne Zulassung zur selbsständigen Schiffsführung, 1 Offizier: mit Zulassung zur selbsständigen Schiffsführung.

(2) Je nach Entlassungsdatum wurde der I.Betriebstobermechaniker (BOM) zum Truppführer (TF) des GA IV/LSK ernannt.

Das Schiff

Technische Daten:

Länge über alles: 37,66 m

Breite über alles: 8,75 m

Tiefgang vorn: 2,50 m

Tiefgang achtern: 3,64 m

Höhe Wasserlinie bis Peildeck: 10,00 m

Höhe Wasserlinie bis Brücke: 5,87 m

Reisegeschwindigkeit: 10,08 kn

maximale Geschwindigkeit: 10,81 kn

ökonomische Geschwindigkeit: 10,01 kn

Displacement: 487,65 t

Fahrweite: 13.000 sm

Aktionsradius: 6.500 sm

Abteilungen: VI

Schraube: Einschraubenschiff rechtsdrehend

Motoren: 1 mit Leistung: 415 kw

Besatzung: 14 Mann

 

Geschwindigkeiten nach dem Meilenaufen:

6,2 kn mit 280 U/minKleine Fahrt voraus

7,4 kn mit 315 U/minLangsame Fahrt voraus

9,1 kn mit 400 U/minHalbe Fahrt voraus

10,1 kn mit 500 U/minGroße Fahrt voraus

10,8 kn min 516 U/minAlle Kraft voraus

 

Vorräte

Dieselkraftstoff 126,00 m3

Trinkwasser 6,46 t

Öl (MD 402) 2200 l

Verpflegung für 7 Tage, plus 5 Tage E-Verpflegung

 

Technische Ausstattung und Ausrüstung

 

folgt noch

 

 

 

 

 

Sonstige Ausstattung:

14 Handfeuerwaffen Typ Kalaschnikow

2 Pistolen Typ Kamarow

1 Luftbüchse (Hauptbewaffung)

Sportartikel und -geräte

Unterhaltungselektronik (Radioanlage, Fernsehgerät usw.)

BA Bestand (Handtücher, Kochwäsche, Kojenzeug, Winterbekleidung u.ä.)

Medizinische Ausrüstung

Raum- und Zellenplan MS "Hugo Eckener"

Abteilung I

I-1-9Bilge

I-6-9Achterlast

I-6-9-1(Achterlast) Rudermaschinenraum

Abteilung II

II-6-9 Maschinenraum mit Bilge

Abteilung III

III-1-1 Ballastzelle

III-1-2 Leerzelle

III-1-4 Leerzelle

III-6-9 Werkstatt mit Luftfüllstation Taucher

III-6-9-2 Funkbetriebsraum

III-6-9-5 Kreiselraum

III-6-9-7 Handfeuerwaffenhellegatt

III-6-9-8 Schutzlast

III-6-9-9 Funkersatzteillast

III-10-1 Brotlast

III-10-2 Kartoffel- und Gemüselast

III-10-3 Lüftermaschinenraum 1

Abteilung IV

IV-1-1 Trinkwasserzelle

IV-1-2 Leerzelle

IV-1-4 Treibölbunker

IV-1-5 Treibölbunker

IV-3-1 Leerzelle

IV-3-2 Hydrovorraum

IV-6-9 Club und Fernsehraum

IV-10-9 Fäkalienzelle

Abteilung V

V-6-9 Treibölbunker

V-6-10 Treibölbunker

Abteilung VI

VI-6-9 Vorpiek

VI-1-9 Leerzelle als Bilge

Brückendeck

ohne Leitstand Flugsicherung

ohne Brücke

ohne Kartenraum

ohne Funkraum

Hauptdeck

ohne 2 Mann Kammer I. WO und LM

ohne Waschraum mit Dusche und WC

ohne Kommandantenkammer

ohne Hauptverkehrsgang

ohne 4 Mann Kammer Matrosen

ohne 4 Mann Kammer Maate

ohne 4 Mann Kammer Matrosen

ohne Messe

ohne Kombüse mit Tagesproviantlast

ohne Store seemännisch an Oberdeck Backbord

ohne Store Eingang Maschineraum an Oberdeck Steuerbord

 

 

Verschlussordnung

 

V = verschlossen, Raum unter Wasserlinie oder VS-Raum nur auf Befehl Kommandant zu öffnen

B = Befehl, beim Seeklarmachen bzw. bei Gefechtsalarm auf Befehl zu verschließen

A = Alarm, beim Auslösen einer höheren Bereitschaftstufe/Havariealarm zu verschließen

Schiffstyp

 

Das Schiff ist das Null-Projekt des Fischmehlkutters vom Typ Havanna. ImVEB Elbewerft Boizenburg/Roßlau wurde eine Serie von 15 Kuttern gebaut. Diese Serie außer das Null-Projekt Schiffe wurde nach Kuba verkauft.

Die Umrüstung des Schiffes erfolgte durch die Peene-Werft in Wolgast. Dabei wurde die Fischmehlanlage ausgebaut. Dieser Raum wurde als Club- und Fernsehraum umgestaltet. Der Laderaum wurde als Befehlsstand GA IV LSK bzw. als Betriebsraum für die Flugsicherungsanlagen umgerüstet. Der vordere Mast wurde durch einen Mast vom Typ MSR lang ersetzt.

Beim Umbau zum Flugsicherungsschiff für die Volksmarine der DDR wurden Schiffskörper, Antriebsanlage, Heckslip, Brücke und zwei Ladebäume original übernommen. Die Indienststellung erfolgte am 8. Februar 1971. Das Hilfsschiff wurde der 1. Flottille, 1 Schiffssicherstellungsabteilung, taktisch jedoch dem Jagdfliedergeschwader 9, Karlshagen unterstellt.

Ständiger Liegeplatz war der Tonnenhof des Seehydrographischen Dienstes (SHD) in Karlshagen. Heimathafen ist jedoch wegen der Unterstellung unter die Struktur der 1. SSA Peenemünde.

 

Hauptaufgabe

Die Hauptaufgabe des MS "Hugo Eckener" bestand in der Flugsicherung in den DDR-küstennahen Gewässern der Ostsee. Bei Flugeinsätzen der Luftstreitkräfte (JG 9) der NVA wurde das Funkfeuer (Mosebuchstabe "H, E") und/oder das Leuchtfeuer (Morsebuchstabe "H, E") geschaltet. Das Schiff auf seiner Ankerposition war somit ein fester Navigationspunkt für den Flugeinsatz. Es wurden während einer Einsatzwoche vorher befohlene, aber feste Flugsicherungspositionen (Ankerpositionen) im Wechsel angelaufen, die über einen bestimmten Zeitraum (1 bis 2 Tage) eingenommen wurden.

Flugsicherungspositionen:

Die Position 8a befand sich ca. 1 sm westlich des Fahrwassers Swinoujscie (früher Swinemünde).

Die Position Anton befand sich 12 sm nördlich des Leuchtturmes Darßer Ort.

Die Position Adlergrund befand sich südwestlich dem Adlergrund.

 

Nebenaufgaben

•Bergung von Personen und Geräten in See;

•Schleppaufgaben über See;

•Versorgungsaufgaben;

•Sicherung von Taucheinsätzen.

 

Fahrtbereich und Einsatzzeit

Ostsee, Nordsee, englischer Kanal, Biskaya, Mittelmeer.

Haupteinsatzgebiet war jedoch die DDR-Ostseeküste.

Der durchschnittliche Seeeinsatz betrug im Jahr ca. 250 Tage, wobei in der Regel am Sonntag gegen 18.00 Uhr im Winter und gegen 19.00 Uhr im Sommer ausgelaufen und am Donnerstag bzw. Freitag früh wieder eingelaufen wurde. Einlaufhafen war dann meistens Peenemünde, da dort u. a. die Bestände und die Verpflegung ausgerüstet wurde. Danach verlegte das Schiff nach Karlshagen. Aufgrund der großen Fahrweite und mit dem entsprechenden Kraftstoffvorrat musste das Schiff nur ca. jedes halbe Jahr Kraftstoff bunkern.

 

Einstufung und Umbenennungen

Das Schiff wurde ab 1982 als Bergungsschiff eingestuft. Die taktische Nummer wurde immer wieder geändert:

•1971 in U33;

•1981 in A 15;

•1986 in A 114.

 

Außerdienststellung

Die Außerdienststellung erfolgte im Oktober 1989. Das Schiff wurde in den Marinestützpunkt Olpenitz (bei Kappeln /Schleswig-Holstein) verlegt und danach in die Niederlande verkauft.

 

Typenbeschreibung:

Volldecker (Glattdecker) mit aufgesetzten Decksaufbauten im vorderen Drittel des Schiffes mit durchlaufendem Oberdeck und hochgezogenem Schanzkleid als Reling des Schiffes. Das Spiegelheck ist in der Mitte ausgelegt mit einem Heckslip. Ein sich auf dem Achterdeck befindlicher A-Mast und ein sich auf dem Peildeck befindlicher Röhrenmast mit aufgesetztem Gittermast dienen als Halterung u. a. der Funkantennen. Der Bug und der Steven werden als "schräger Steven" bezeichnet. Eine Ladeluke im mittleren Teil des Achterdecks mit dazu gehörigem Ladegeschirr Bb. und Stb. dient der Übergabe und Übernahme von Gütern aller Art. Auch das Einsatzschlauchboot wird damit ausgesetzt. Der Fischmehlkutter als Typ USEDOM 256 geführt, ist bis Windstärke 11, Seegang 9 bis 10 einsetzbar. Sind zwei neben einander liegenden Abteilungen geflutet, beeinflussen diese die Sinkbarkeit des Schiffes.

 

 

Bunker-, Tank- und Zellenübersicht, einschließlich der Räume über Oberdeck

 

Leckrufnummern

Innerhalb eines Schiffes (ohne Aufbauten gezählt) gelten bei der Marine Leckrufnummern, um einen Raum gemäß dem Bunkertank- und Zellenplan eindeutig zu beschreiben. Auf kleineren Schiffen wurde jedoch in der Praxis zur Havariebekämpfung, wie Feuer im Schiff bzw. Leck im Schiff nicht mit der Leckrufnummer gearbeitet, sondern mit der eindeutigen Raumbezeichnung dem Namen nach.

Drei Nummern entsprechen immer einer Leckrufnummer. Die erste römische Zahl gibt die Abteilung an, die immer von achtern nach vorn und von unten nach oben gezählt wurden.

Die erste Zahl gibt die Abteilung an.

Die zweite Zahl gibt die Raumart an.

Die dritte Zahl gibt die Lage im Raum innerhalb der zweiten Zahl an.

Zweite Zahl - Raumarten:

1 = erster Doppelboden

2 = zweiter Doppelboden

3 = Wallgang

4 = äußerer Wallgang

5 = innerer Wallgang

6 = Stauung

7 = unteres Plattformdeck

8 = oberes Plattformdeck

9 = Panzerdeck

10 = Zwischendeck

Dritte Zahl - Lage im Raum:

Räume an Stb-Seite tragen die Ziffern: 1, 3, 5, 7

Räume an Bb-Seite tragen die Ziffern: 2, 4, 6, 8

Räume mittschiffs tragen die Ziffern 9, 10, 11 usw. fortlaufend.

 

Auf den einzelnen Schiffen der Volksmarine kamen je nach Bauart nicht alle Abteilungsnummern, Raumnummern und Raumartnummern zur Anwendung.

Auf dem Bergungsschiff „Hugo Eckener“ gab es VI schottendichte Abteilungen. Es gab die Raumarten:

1 = erster Doppelboden

3 = Wallgang

6 = Stauung

10 = Zwischendeck

Beispiel:

Leckrufnummer III-1-9

Nr. III Abteilung III

Nr. 1 Doppelboden 1

Nr. 9 mittschiffs

Diese Leckrufnummer gibt es auf MS „Hugo Eckener" nicht. Da es dort nur III-1-1 und III-1-2 gibt, sind nur zwei Räume dieser Art vorhanden, die sich mittschiffs befinden.